ÖLPM - Hepatitis: Durchimpfungsrate weiter mangelhaft
 
 
 
 
 
 
   
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Hepatitis: Durchimpfungsrate weiter mangelhaft

2015-04-09 09:52


Eine Impfung gegen Hepatitis beugt Leberzirrhose, Leberkrebs und Lebertransplantationen vor. Derzeit sind nur 59% der Österreicher geimpft.


Auch wenn es für Hepatitis bereits sehr gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, ist eine hohe Durchimpfungsrate der einzige Schutz gegen die entzündliche Lebererkrankung, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Hepatitis B könnte ausgerottet werden, denn der Mensch ist der einzige Wirt des Virus. Dafür müsste die Durchimpfungsrate jedoch ausreichend hoch sein. Das ist in Österreich nicht der Fall. Mehr als 40% der Österreicher sind nicht oder nicht vollständig geimpft, wenngleich die Durchimpfung seit dem Start der breiten medialen Aufklärungs- und Informationskampagne zum Thema Hepatitis vor zehn Jahren kontinuierlich angestiegen ist: War sie 2005 noch bei 41%, lag sie 2008 bereits bei 52%. Einer aktuellen Umfrage zufolge liegt sie derzeit bei 59%, d.h. 59% der über 15-jährigen Befragten gaben an, eine Impfung gegen Hepatitis A und/oder B erhalten zu haben. Mit knapp 3 Millionen Menschen, die über keinen Impfschutz verfügen, ist Österreich dennoch weit entfernt von einer flächendeckenden Hepatitis-B-Immunisierung, wie sie die WHO empfiehlt.

 

Viele Infektionswege bei Hepatitis A und B


Jährlich infizieren sich weltweit etwa 1,4 Mio. Menschen mit Hepatitis A, etwa 350 Mio. Menschen sind weltweit chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert. Die Symptome der entzündlichen Erkrankung der Leber umfassen Übelkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Gelenkschmerzen und klassische Symptome wie das Gelbfärben von Augen und Haut. Eine chronische Leberentzündung kann als Spätfolge Leberzirrhose oder Leberkrebs auslösen, der oft tödlich verläuft.

 

Die Hepatitis-A-Impfung gilt als eine der wichtigsten Reiseimpfungen. Sie ist jedoch im Gegensatz zur Impfung gegen Hepatitis B nicht Teil des Gratis-Kinderimpfprogramms. „Trotzdem empfiehlt der Österreichische Impfplan ausdrücklich, Kinder vor dem Eintritt in die Kinderkrippe oder den Kindergarten gegen Hepatitis A zu impfen", sagt MR Dr. Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer. Das sei deshalb sinnvoll, weil Hepatitis A auch durch Schmierinfektion übertragen werde und insbesondere Kleinkinder die notwendigen Hygienegebote noch nicht ausreichend einhalten. Unter Kleinkindern treten die meisten Erstinfektionen und Weiterübertragungen auf. „Da die Erkrankung bei Kindern oft ohne auffällige Symptome verläuft, werden sie häufig unbemerkt zu Überträgern“, so Schmitzberger.

 

Ein anderes Bild zeichnet sich bei der Hepatitis B, der weltweit häufigsten chronischen Virusinfektion der Leber. Das Hepatitis-B-Virus ist hochinfektiös, beispielsweise 50- bis 100-mal ansteckender als HIV. Übertragen wird es durch Körperflüssigkeiten wie Blut und Speichel. Geschützter Geschlechtsverkehr und strenge Hygienemaßnahmen bei der Durchführung von Piercings, Tätowierungen sowie Hand- und Fußpflege sind wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung einer Infektion.

„Eine Impfung ist nicht nur bei Fernreisen wichtig, denn auch wenn man sich nur in Österreich aufhält, kann ein Risiko bestehen, sich zu infizieren“, so Univ.-Prof. Dr. Ursula Kunze von Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien. „Die Impfung ist für jeden sinnvoll, da es rund 42.000 chronische Virusträger in Österreich gibt und die Durchimpfungsrate mit 59% zu gering ist.“ Im Impfplan ist die Hepatitis-B-Impfung bereits im Säuglingsalter im Rahmen der Sechsfach-Impfung vorgesehen, im Alter von 7-13 Jahren ist eine Auffrischung nötig.

Hepatitis B stellt den zweithäufigsten Grund für Lebertransplantationen dar. In Österreich werden jährlich etwa 200 solcher Transplantationen durchgeführt, die durch eine Impfung vermeidbar wären.


Impfaktion

Auch in diesem Jahr gibt es wieder eine Hepatitis-Impfaktion: Vom 1. April bis 31. Mai 2015 sind die Impfstoffe gegen Hepatitis A und der Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A/B in den Apotheken um rund 30 Prozent verbilligt.

Kinder können bei niedergelassenen Fachärzten für Kinder- und Jugendheilkunde und bei Allgemeinmedizinern geimpft werden, Erwachsene können sich für die Impfung ebenfalls an den Hausarzt oder etwa an den Internisten wenden. Zusätzlich führen Schul- und Betriebsärzte sowie Ärzte in Gesundheitsämtern die Hepatitis-Impfungen durch.

 

 

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