ÖLPM - Sicher auf Skitour
 
 
 
 
 
 
   
EXTRANET
 
   
   
Österreichische Liga für Präventivmedizin – ÖLPM

Österreichisches Grünes Kreuz für Gesundheit
 
 
   

Sicher auf Skitour

2014-12-17 12:05


Jeden Winter sterben Skitourengeher in Österreichs Bergen. Letztes Jahr mussten knapp 400 Skitourengeher die Hilfe der Österreichischen Bergrettung in Anspruch nehmen – mehr als in den Jahren zuvor. Lesen Sie hier, wie Sie sich gut auf Schitouren vorbereiten und sich für eventuelle Lawinenabgänge optimal ausrüsten.


Mit dem ersten Schnee starten auch die Skitourengeher wieder in die Berge. Einsame Gipfel und Tiefschneeabfahrten ziehen Jahr für Jahr mehr Wintersportler in ihren Bann. Um jederzeit losstarten zu können, wenn der Schnee kommt, gilt es, sowohl die Ausrüstung als auch sich selbst entsprechend auf die Tourensaison vorzubereiten. Sind die Ski gewachst und abgezogen, Kanten geschliffen,  Lawinenverschüttetensuchgeräte (LVS-Geräte) mit frischen Batterien ausgestattet, ist die Bindung an die neuen Schuhe angepasst? Und ist der Körper bereit für die neue Belastung?


„Auch wer in der Sommersaison viel unterwegs war, wird merken, dass das Schifahren die Muskulatur ganz anders beansprucht. Besonders die Bein- und Rumpfmuskulatur ist stark gefordert“, so  Michael Larcher, Bergführer und Sicherheits-Experte im Österreichischen Alpenverein. „Durch ein gezieltes Aufbau- und Konditionstraining vor dem Saisonstart lässt sich die Verletzungsgefahr deutlich reduzieren.“


Sicherheitstipps für Touren im freien Gelände


Vorbereitung ist alles - auch, was die Wahl des Tourenziels angeht. Dass sich Tourengeher über die aktuelle Lawinensituation informieren, den Lawinenlagebericht lesen und das Tourenziel den jeweiligen Verhältnissen anpassen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Gerade bei Lawinenwarnstufe 3 - erhebliche Lawinengefahr - ist Zurückhaltung angesagt, denn hier passieren die meisten Unfälle. Larcher: "Auch der Umgang mit der Notfallausrüstung will gelernt sein. Nur wer darin geübt ist, kann im Ernstfall Leben retten."


Der Alpenverein empfiehlt LVS-Geräte mit 3-Antennen-Technologie und das Mitführen von Lawinen-Airbags. Laut dem Schweizer Lawinenforschungsinstitut in Davos haben von Lawinen erfasste Personen mit aufgeblasenem Lawinenairbag eine deutlich höhere Überlebenschance als Personen ohne Lawinen-Airbag.

 

Lawinen werden auch in dieser Saison wieder ein Thema sein, ganz unabhängig von den Schneemengen. „Einem gewissen Risiko sind Tourengeher immer ausgesetzt, dessen sollten sie sich bewusst sein“, gibt Larcher zu bedenken. Viele Gefahrensituationen können aber durch einfache Faustregeln erkannt und vermieden werden. Die nachfolgenden 10 Empfehlungen fassen das Wesentliche zusammen:


1.) Gesund in die Berge: Skitouren sind Ausdauersport. Die wertvollen Belastungsreize für Herz und Kreislauf setzen Gesundheit und eine gute Selbsteinschätzung voraus. Vermeiden Sie Zeitdruck und wählen Sie das Tempo so, dass niemand in der Gruppe außer Atem kommt. Beachten Sie, dass Sie auch noch Kraftreserven für die Abfahrt brauchen!


2.) Sorgfältige Planung: Karten, spezielle Tourenführer, Internet und Experten vor Ort informieren über Länge der Tour, Höhendifferenz, Schwierigkeit und die aktuellen Verhältnisse. Besondere Beachtung verdient der Wetterbericht, da starker Wind und schlechte Sicht das Unfallrisiko stark erhöhen.


3.) Lawinenlagebericht studieren: Informieren Sie sich vor Antritt der Tour eingehend über die aktuelle Gefahrenstufe (Europäische Gefahrenskala für Lawinen in 5 Stufen). Achten Sie besonders auf die Angaben zu den Gefahrenstellen (Wo ist es heute gefährlich?) und den Gefahrenquellen (Was ist heute die Hauptgefahr?).


4.) Vollständige Ausrüstung: Passen Sie die Ausrüstung den winterlichen Verhältnissen an und achten Sie auf ein geringes Rucksackgewicht. Für den Lawinen-Notfall sind LVS-Gerät, Schaufel und Sonde Standard, ebenso Erste-Hilfe-Paket, Biwaksack und Mobiltelefon. Ein Airbag-System erhöht die Überlebenschancen.


5.) Regelmäßige Trinkpausen: Zufuhr von Flüssigkeit und Energie, aber auch Pausen sind notwendig, um Leistungsfähigkeit und Konzentration zu erhalten. Heiße, isotonische Getränke sind ideale Durstlöscher und Wärmespender. Leicht Verdauliches wie Müsliriegel oder Trockenobst stillt den kleinen Hunger unterwegs.


6.) Lawinenrisiko abwägen: Beim Erkennen der Lawinengefahr sind dem Menschen enge Grenzen gesetzt. Stützen Sie Ihre Entscheidungen daher auf strategische Methoden der Risikoeinschätzung und lernen Sie, Gefahrenzeichen im Gelände (u.a. viel frischer Triebschnee, Setzungsgeräusche, Rissbildung) zu erkennen.


7.) Abstände einhalten: Entlastungsabstände von 10 Meter beim Aufstieg in Steilhängen (über 30 Grad) reduzieren die Belastung auf die Schneedecke und steigern den Komfort bei Spitzkehren. Bei der Abfahrt sollten Abstände von mindestens 30 Meter eingehalten werden; sehr steile Hänge (über 35 Grad) sollten nur einzeln befahren werden.


8.) Stürze vermeiden: Stürze bei der Abfahrt sind die häufigste Unfallursache auf Skitouren. Für die Schneedecke bedeuten sie zudem eine große Zusatzbelastung. Gute Schitechnik und eine dem Können angepasste Geschwindigkeit reduzieren das Risiko. Ein Helm kann vor Kopfverletzungen schützen.


9.) Kleine Gruppen: Kleine Gruppen ermöglichen gegenseitige Hilfe und verringern das Risiko, Lawinen auszulösen. Achtung Alleingänger: Bereits kleine Zwischenfälle können zu ernsten Notlagen führen. Daher immer vertraute Personen über Ziel, Route und geplante Rückkehr informieren.


10.) Respekt für die Natur: Keine Abfälle zurücklassen, Lärm vermeiden, Aufforstungsflächen sowie Schutz- und Sperrgebiete nicht betreten. Nehmen Sie besondere Rücksicht auf Wildtiere!

 

Zurück

 
 
ÖGK für Gesundheit GmbH | Vereinigung zur Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsaufklärung |
Hellbrunnerstraße 1a | A-5081 Anif | Tel: +43 (0) 662/632940 | Fax: +43 (0) 662/641516