Als größter Krankenversicherungsträger Österreichs setzt sich die ÖGK täglich dafür ein, dass Leistungen dort ankommen, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Sozialleistungsbetrug – etwa durch falsche Angaben oder manipulierte Unterlagen – gefährdet dieses solidarische Prinzip und verursacht finanzielle Schäden zulasten der Versichertengemeinschaft.

Die ÖGK verfolgt daher einen klaren Ansatz: Prävention, Vernetzung und moderne Kontrollmechanismen sollen helfen, Missbrauch frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.

Mehr Verdachtsfälle durch bessere Aufdeckungsarbeit

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die registrierten Verdachtsfälle im Bereich Sozialleistungsbetrug zunehmen. Dieser Anstieg ist vor allem auf eine erfolgreichere Aufdeckungsarbeit zurückzuführen. Im Jahr 2025 wurden bei der ÖGK mehr als 500 Verdachtsfälle registriert. In jenen Fällen, die bereits abgeschlossen sind oder bei denen ein finanzieller Schaden entstanden ist – das betrifft rund 20 Prozent aller Fälle – beläuft sich die Schadenssumme auf etwa 246.000 Euro. Zahlreiche Verfahren befinden sich derzeit noch in Prüfung, weshalb von einem deutlich höheren Gesamtschaden auszugehen ist.

Um Sozialleistungsbetrug wirksam entgegenzuwirken, setzt die ÖGK auf mehrere Maßnahmen:

  • Bewusstsein schaffen
    Die gezielte Information und Sensibilisierung von Mitarbeitenden, Versicherten sowie Partnerinnen und Partnern hilft dabei, typische Betrugsformen frühzeitig zu erkennen – etwa fingierte Leistungsansprüche oder Identitätsbetrug.
  • Strategische Vernetzung
    Die enge Zusammenarbeit mit Bundeskriminalamt, Finanzbehörden, dem Arbeitsmarktservice sowie anderen Sozialversicherungsträgern ermöglicht einen raschen Informationsaustausch und gezielte Kontrollen im Verdachtsfall.
  • Moderne Risikoanalysen und Kontrollmechanismen
    Laufend optimierte Maßnahmen zur Prävention und Aufdeckung von Sozialleistungsbetrug sowie strukturierte Kontrollprozesse unterstützen dabei, Auffälligkeiten frühzeitig zu identifizieren und möglichen Missbrauch konsequent zu verfolgen.

So können Vertragspartner*innen die ÖGK unterstützen

Vertrauen bleibt die Grundlage unseres Systems der sozialen Sicherheit. Die ÖGK setzt daher bewusst auf Prävention, ohne dabei pauschale Verdächtigungen auszusprechen. Jeder verhinderte Missbrauch stärkt die Stabilität unseres Sozialstaats und schützt jene Menschen, die tatsächlich Unterstützung benötigen. Auch Vertragspartnerinnen und Vertragspartner leisten dabei einen wichtigen Beitrag:

  • Blick auf die e-card
    Bei jedem Besuch sollten Name, Foto und Gültigkeitsdatum auf der e-card geprüft werden. Im Zweifelsfall sollte zusätzlich ein Lichtbildausweis verlangt werden. Dadurch kann verhindert werden, dass e-cards unberechtigt verwendet werden.
  • Sorgfältige Dokumentation
    Eine vollständige und nachvollziehbare Dokumentation aller Leistungen – inklusive Diagnosen, Therapieplänen und Verordnungen – erschwert Betrugsversuche und dient zugleich als wichtiger Nachweis bei Kontrollen.
  • Verdachtsfälle melden
    Bei begründetem Verdacht auf Missbrauch bitte die ÖGK kontaktieren oder sich direkt an die Polizei bzw. an die Taskforce Sozialleistungsbetrug des Bundeskriminalamts wenden.