Die Ergebnisse der Umfrage zeigen einen klaren Trend: Rund 20 Prozent der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte berichten von einem deutlichen Anstieg der Nachfrage in den vergangenen Monaten. Etwa 15 Prozent gaben an, dass Patientinnen und Patienten gezielt nach sogenannten „Abnehmspritzen“ als ergänzende Therapieform fragen.

Adipositas ist längst kein Randthema mehr. Seit dem Jahr 2000 wird Adipositas von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als chronische Krankheit anerkannt. In Österreich sind aktuell rund 16 Prozent der Erwachsenen von Adipositas betroffen, weitere 35 Prozent gelten als übergewichtig. Auch bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich eine deutliche Zunahme: Rund ein Viertel weist Übergewicht oder Adipositas auf.

Die gesundheitlichen Auswirkungen sind erheblich. Schätzungen zufolge ist Adipositas in Österreich für rund acht Prozent aller Todesfälle verantwortlich – das entspricht knapp 4.000 Todesfällen pro Jahr. Gleichzeitig entfallen rund fünf Prozent der Gesundheitsausgaben auf die Behandlung von Adipositas und deren Folgeerkrankungen. Die Erkrankung beeinflusst nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus sondern hat Auswirkungen auf Mobilität, Lebensqualität sowie die Lebenserwartung.

Komplexes Krankheitsbild

Adipositas ist weit mehr als eine Folge von Bewegungsmangel oder unausgewogener Ernährung. Die Erkrankung entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel biologischer, psychischer, sozialer und umweltbedingter Faktoren. Neben genetischen Ursachen oder hormonellen Erkrankungen spielen auch Stress, Schlafmangel und psychosoziale Belastungen eine wichtige Rolle.

Patientinnen und Patienten mit Adipositas benötigen daher eine umfassende medizinische Betreuung und individuelle Therapie. Bewegung und Ernährungsumstellung stellen wichtige Bausteine dar, reichen bei einem komplexen Krankheitsbild jedoch häufig nicht alleine aus. Je nach medizinischer Ausgangslage können ergänzend weitere therapeutische Maßnahmen erforderlich sein.

Dazu zählen auch GLP-1-basierte Therapien, die bei entsprechender medizinischer Indikation zum Einsatz kommen können. Die Entscheidung darüber erfolgt stets auf Grundlage einer individuellen ärztlichen Beurteilung und als Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes.

Gerade im Kindes- und Jugendalter wirken sich Bewegungsmangel, hoher Medienkonsum und stark verarbeitete Lebensmittel zusätzlich negativ aus. Für die medizinische Versorgung bedeutet das: Nachhaltige Therapieansätze müssen multidisziplinär gedacht werden und langfristige Verhaltensänderungen ebenso berücksichtigen wie Prävention und Begleitung.

Prävention gewinnt an Bedeutung

Um Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig entgegenzuwirken, setzt die ÖGK verstärkt auf Präventions- und Unterstützungsangebote für unterschiedliche Altersgruppen. Ziel ist es, Versicherte langfristig zu begleiten und Gesundheitskompetenz nachhaltig zu stärken.

  • „Leichter leben – Blutwerte und Körpergewicht im Griff“
    Das Programm richtet sich an Versicherte ab 18 Jahren mit Übergewicht oder erhöhten Blutzucker-, Blutdruck- oder Blutfettwerten. Expertinnen und Experten aus Ernährung, Bewegung und Psychologie begleiten die Teilnehmenden bei nachhaltigen Veränderungen im Alltag. Die Kurse starten jeweils im Frühjahr und Herbst.

    Ergänzend bietet die ÖGK regelmäßig Webinare zu Blutdruck, Blutfetten und Blutzucker an. Weitere Informationen finden Sie unter www.oegk.at/leichterleben. Bei bestehendem Typ-2-Diabetes unterstützt unser Langzeit-Betreuungsprogramm Therapie Aktiv. 
  • „easykids – Gemeinsam gesund aufwachsen“
    Auch Kinder und Jugendliche mit Übergewicht oder Adipositas werden gezielt unterstützt. Das Programm „easykids“ begleitet junge Menschen und deren Bezugspersonen dabei, langfristig gesunde Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten zu entwickeln. Die nächsten Kurse starten im Herbst. Weitere Informationen finden Sie unter www.oegk.at/easykids. In Wien läuft das Programm unter dem Namen „Enorm in Form".

Weitere Angebote und Informationen rund um Prävention und Adipositas finden Sie auf www.oegk.at/adipositas.