Hebammen sind oft die ersten Gesundheitsbegleiterinnen einer Familie. Sie beraten, begleiten und unterstützen werdende Eltern vor, während und nach der Geburt und leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Gesundheitsförderung. Mit den neuen Leistungen im Eltern-Kind-Pass wird ihre Rolle ab Herbst 2026 weiter gestärkt.
Hebammen stärken die Gesundheitsversorgung von Anfang an
Prävention beginnt bereits in der Schwangerschaft
Die Hebammenbetreuung startet lange vor der Geburt. Bereits zwischen der 18. und 22. Schwangerschaftswoche können Schwangere ein freiwilliges Beratungsgespräch mit einer Vertragshebamme oder einer Hebamme, die ausschließlich einen Vertrag für Eltern-Kind-Pass Beratungen hat, in Anspruch nehmen. Allein im Jahr 2024 wurde dieses Angebot 17.430-mal genutzt.
Die frühzeitige Begleitung hilft dabei, gesundheitliche Risiken rechtzeitig zu erkennen, werdende Eltern umfassend zu informieren und sie auf die Geburt sowie die erste Zeit mit dem Kind vorzubereiten. Gleichzeitig stärkt sie die psychische Gesundheit und das Sicherheitsgefühl der Familien.
Neue Leistungen erweitern das Vorsorgeangebot
Mit dem neuen Eltern-Kind-Pass-Gesetz wird das Präventionsangebot ab Herbst 2026 weiter ausgebaut. Vorgesehen sind eine zusätzliche Hebammenberatung während der Schwangerschaft sowie ein Gesundheitsgespräch mit besonderem Fokus auf psychosoziale und sozioökonomische Belastungen. Die konkrete Ausgestaltung wird derzeit durch eine Verordnung des Bundesministeriums vorbereitet.
Die neuen Leistungen unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen und ganzheitlichen Begleitung von Familien und setzen einen weiteren Schwerpunkt auf Prävention.
Umfassende Betreuung rund um die Geburt
Die Leistungen der Vertragshebammen gehen weit über die Geburtshilfe hinaus. Je nach Geburtsform umfasst das Angebot Hebammenbeistände bei geplanten Haus- oder ambulanten Geburten sowie eine intensive Nachbetreuung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.
Besonders die Betreuung im häuslichen Umfeld spielt dabei eine zentrale Rolle. Im Jahr 2024 besuchten Vertragshebammen Familien mehr als 98.000-mal zu Hause, während lediglich rund 4.000 Betreuungen in Hebammenordinationen stattfanden. Den größten Anteil machten Hausbesuche ab dem fünften beziehungsweise sechsten Tag nach der Geburt aus.
Neben der medizinischen Versorgung stehen dabei auch Beratung, Stillbegleitung und die emotionale Unterstützung der gesamten Familie im Mittelpunkt.
Wichtiger Partner in der Gesundheitsversorgung
Österreichweit begleiten derzeit 474 Vertragshebammen Schwangere und junge Familien. Insgesamt nahmen im Jahr 2024 rund 29.200 Patientinnen Hebammenleistungen in Anspruch. Die ÖGK investierte dafür mehr als neun Millionen Euro, weitere rund 872.000 Euro flossen in Eltern-Kind-Pass-Beratungen. Als wichtiger Bestandteil eines multiprofessionellen Versorgungsangebots tragen Hebammen dazu bei, Familien von Beginn an bestmöglich zu begleiten, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und einen gesunden Start ins Leben zu fördern.