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Primärversorgungs­netzwerk Melker Alpenvorland

Medizinische Versorgung neu gedacht: Fünf Ordinationen bilden Österreichs größtes Gesundheitsnetzwerk


Die Sicherstellung einer wohnortnahen und zukunftsorientierten medizinischen Versorgung ist ein großes Anliegen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Neben Primärversorgungseinheiten (PVE) tragen auch Primärversorgungsnetzwerke (PVN) wesentlich dazu bei, eine qualitativ hochwertige Versorgung langfristig sicherzustellen. Ein erfolgreiches Beispiel ist das Primärversorgungsnetzwerk (PVN) Melker Alpenvorland, das am 1. September 2020 als erstes PVN Niederösterreichs und zugleich größtes Österreichs gegründet wurde. Statt der ursprünglich geplanten PVE in Mank entschieden sich die fünf Gründerärzt*innen für ein Primärversorgungsnetzwerk, um ihre Ordinationen wohnortnah weiterzuführen und gleichzeitig die regionale Zusammenarbeit zu stärken.

Wie funktioniert das Netzwerk?

Die vier Ärzte und eine Ärztin haben sich dazu entschlossen, wie in den PVE in den Städten intensiv zusammenzuarbeiten, nur dass all das aufgeteilt auf verschiedene Orte passiert. Insgesamt besteht das Netzwerk aus fünf Ordinationen: in Hürm, Bischofstetten, Kilb, Kirnberg und Textingtal. Die Gemeinde Kilb im niederösterreichischen Alpenvorland bildet den Kern des PVN. In der gesamten Region sind in etwa 10.000 Menschen ansässig.  

Für die Patientinnen und Patienten ist von Montag bis Freitag von 7- bis 19 Uhr täglich mindestens eine Ordination erreichbar. Auch am Wochenende und an Feiertagen steht immer eine Praxis im Bezirk zur Verfügung. Zusätzlich dazu bieten die Ärzt*innen auch Hausbesuche an. Die medizinischen Leistungen, die innerhalb des Gesundheitszentrums angeboten werden, umfassen:

  • Diätologie
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Psychotherapie
  • Kleinchirurgische Eingriffe
  • Wundmanagement
  • Sozialarbeit
  • Case- und Care Management 

Vorteile von Primär­versorgungs­einheiten auf einen Blick

„Aktuell gibt es österreichweit 119 Primärversorgungseinheiten und der Ausbau soll bis 2030 massiv ausgeweitet werden. Primärversorgungsnetzwerke knüpfen an die Stärken der Primärversorgungseinheiten an und verbinden diese mit einer regionalen Zusammenarbeit von Ärzt*innen und Gesundheitsberufen über mehrere Standorte hinweg. So schaffen wir die Grundlage für eine koordinierte, wohnortnahe und zukunftsorientierte Gesundheitsversorgung sowie mehr Lebensqualität für unsere Versicherten“, betont Generaldirektor der österreichischen Gesundheitskasse Bernhard Wurzer.

Vorteile für Patientinnen und Patienten

  • Durch die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten und anderen Gesundheitsberufsgruppen (z.B. Psychotherapie, Physiotherapie, Pflege, Hebamme, Diätologie, Sozialarbeit, etc.) wird eine interdisziplinäre Betreuung geschaffen, um jedem Patienten bzw. jeder Patientin die richtige und passende medizinische Versorgung zu bieten.
  • PVE/PVN ermöglichen erweiterte Öffnungszeiten auch an Tagesrandzeiten, durch die Zusammenarbeit mehrerer Ärztinnen und Ärzte und die Einbindung verschiedener Gesundheitsberufe.
  • PVE/PVN sorgen für eine wohnortnahe medizinische Versorgung, durch die zusätzliche Wege gespart werden können. 

Vorteile für Ärztinnen und Ärzte

  • Durch die Erleichterung von Arbeitsteilung, Teilzeitarbeit, einer individuellen Work-Life-Balance und kooperativer Teamarbeit, steigt die Arbeitszufriedenheit bei Ärztinnen und Ärzten.
  • Das medizinische Personal kann sich auf ärztliche Tätigkeiten konzentrieren, da administrative Aufgaben durch ein Management übernommen werden.
  • Die unterstützende Zusammenarbeit im Team bestehend aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen, kann bei komplexen Krankheitsbildern und Akutfällen vorteilhaft sein.


Mit dem Ausbau von Primärversorgungsnetzwerken wird darauf geachtet, dass neben den PVE auch laufend neue Angebote in ländlichen Regionen geschaffen werden, um die medizinische Versorgung möglichst nah bei der ansässigen Bevölkerung sicherzustellen.

Zuletzt aktualisiert am 14. Juli 2026