Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

Je jünger Kinder sind, desto mehr Schlaf brauchen sie. Mit zunehmendem Alter nimmt der Schlafbedarf ab. Diese Richtwerte bieten Eltern eine erste Orientierung.

7 Tipps für einen gesunden Kinderschlaf

Dass Kinder gelegentlich schlecht ein- oder durchschlafen, ist nicht ungewöhnlich. Oft helfen bereits kleine Veränderungen im Alltag.

  1. Bewegung und Tageslicht: Ausreichend Bewegung, möglichst auch im Freien, unterstützt einen gesunden Schlaf.
  2. Feste Abendrituale: Waschen, Pyjama anziehen, Zähneputzen und Vorlesen schaffen Orientierung und helfen beim Entspannen.
  3. Müdigkeitszeichen beachten: Unruhe oder Aufmerksamkeitsprobleme können auf Müdigkeit hinweisen. Die Schlafenszeit sollte auch an die Bedürfnisse des Kindes angepasst werden.
  4. Für frische Luft sorgen: Regelmäßiges Lüften senkt den CO₂-Gehalt. Eine angenehme Raumtemperatur von etwa 18 bis 20 °C und gute Luftqualität unterstützen den Schlaf.
  5. Rechtzeitig und ohne Bildschirm zur Ruhe kommen: Bildschirme möglichst schon 1 Stunde vor dem Schlafengehen ausschalten. Aufregende Spiele und andere anregende Aktivitäten vermeiden.
  6. Das Schlafzimmer schlaffreundlich gestalten: Eine ruhige, möglichst dunkle Umgebung mit wenig störendem Licht oder Lärm erleichtert das Einschlafen. Fernseher und andere Medien sollten nicht zum festen Abendritual gehören.
  7. Über den Tag sprechen: Gemeinsam schöne Erlebnisse sammeln oder einander die besten Momente des Tages erzählen. Sorgen, Schulstress und Konflikte möglichst schon im Laufe des Tages besprechen, damit Kinder nicht erst im Bett darüber grübeln.

Auch Ernährung und Lebensstil beeinflussen den Schlaf

Schlafprobleme zeigen sich nicht nur durch Schwierigkeiten beim Einschlafen. Manche Kinder wachen nachts häufig oder ungewöhnlich früh auf. Andere schlafen deutlich mehr, als es ihrem Alter entspricht.

Häufig sind solche Probleme vorübergehend und lassen sich mit einfachen Maßnahmen verbessern. Neben intensivem Medienkonsum können auch schwere, sehr fettige oder stark zuckerhaltige Mahlzeiten am Abend sowie koffeinhaltige Getränke wie Cola oder Energydrinks den Schlaf beeinträchtigen. Auch das Rauchverhalten der Eltern kann sich negativ auswirken.

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Mehr Informationen finden Eltern in den ÖGK-Beiträgen

Das unterschätzte Schlafbedürfnis Jugendlicher

In der Pubertät verändert sich die innere Uhr. Jugendliche werden häufig später müde und schlafen entsprechend später ein. Trotzdem brauchen sie weiterhin etwa acht bis zehn Stunden Schlaf.

Ein früher Schulbeginn kann dazu führen, dass Jugendliche an Schultagen zu wenig schlafen und tagsüber müde sind.

Wichtig: Schlafmittel oder andere Medikamente sollten Kindern keinesfalls eigenmächtig gegeben werden. Bei anhaltenden Schlafproblemen muss zunächst die Ursache abgeklärt werden. Ein Schlaftagebuch kann helfen, Schlafenszeiten, nächtliche Wachphasen und mögliche Zusammenhänge festzuhalten.


Wenn das Handy den Schlaf raubt

Noch schnell ein Video ansehen, Nachrichten beantworten oder durch soziale Medien scrollen? Das kann das Einschlafen erschweren.

Bilder, Videos und Nachrichten liefern ständig neue Reize. Das Gehirn bleibt aktiv und die Schlafenszeit verschiebt sich nach hinten. Zusätzlich kann Bildschirmlicht die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin unterdrücken oder verzögern und damit den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen 1).

Was Eltern tun können:

  • Gemeinsam eine bildschirmfreie Zeit vor dem Schlafengehen vereinbaren.
  • Handy und Tablet nicht als Einschlafhilfe verwenden.
  • Geräte nachts außerhalb des Schlafbereichs aufbewahren.
  • Benachrichtigungen ausschalten.
  • Lesen oder leise Musik als Alternative zum Scrollen anbieten.
  • Eine gemeinsame Ladestation für die Familie im Flur oder in der Küche einrichten.
  • Einen klassischen Wecker statt des Handys verwenden.

Ein striktes Handyverbot ist oft nicht produktiv. Klare, gemeinsam vereinbarte Regeln können Kindern und Jugendlichen helfen, einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu entwickeln.

Mehr dazu: Mehr Bildschirmzeit, höheres Risiko für Kurzsichtigkeit bei Kindern


1)Quelle: Zhao Y, Hale L, Christakis DA. Evening Phone Use and Sleep Outcomes Among Youth. JAMA Pediatr. Published online October 19, 2026. doi:10.1001/jamapediatrics.2026.4902

Wenn Bauchschmerzen ein Warnsignal für Belastungen sind

Viele Kinder reden nicht über ihre Ängste und Sorgen, oder sie können sie nicht in Worte fassen. Manchmal zeigen sich psychische Belastungen durch körperliche Beschwerden oder Veränderungen im Verhalten.

Schlaf und psychische Gesundheit beeinflussen sich gegenseitig: Stress und Sorgen können den Schlaf stören. Umgekehrt können länger anhaltende Schlafprobleme mit Tagesmüdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsproblemen und einer schlechteren psychischen Befindlichkeit einhergehen.

Auf diese Veränderungen sollten Eltern achten

Wichtig!

Einzelne Anzeichen bedeuten nicht automatisch, dass ein Kind psychisch erkrankt ist. Wenn Veränderungen länger anhalten, zunehmen, den Alltag beeinträchtigen oder wenn Eltern sich Sorgen machen, sollten sie genauer hinsehen.

Psychische Gesundheit: Auch Kinder brauchen Unterstützung

8.364 Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren wurden 2025 bei stationären Aufenthalten mit einer Diagnose aus dem Bereich psychischer, Verhaltens- oder Entwicklungsstörungen erfasst. Insgesamt waren es 9.957 stationäre Aufenthalte. Es ist wichtig, Veränderungen im Verhalten ernst zu nehmen und bei anhaltenden Beschwerden frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.


Quelle: ÖGK-Auswertung 90/2026. Die Zahlen umfassen auch Entwicklungsstörungen und ADHS und beziehen sich ausschließlich auf stationäre Aufenthalte.

Welche Unterstützung bietet die ÖGK?

Je nach Situation stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Abklärung und Behandlung zur Verfügung.

Auch Eltern brauchen ausreichend Schlaf

Stress, Sorgen und Schlafmangel betreffen nicht nur Kinder. Auch die psychische Gesundheit und das Schlafverhalten der Eltern können den Familienalltag beeinflussen. Wer Schwierigkeiten hat, ein- und durchzuschlafen, erhält im Kurs „Stressfrei schlafen“ hilfreichen Input von Expertinnen und Experten aus dem Bereich mentale Gesundheit. Die Kurse „Stressfrei“ und „Stressfrei bewegt“ unterstützen dabei, Belastungen im Alltag frühzeitig zu erkennen und vorzubeugen.

Gerade Eltern von Neugeborenen und Babys können durch Schlafprobleme besonders belastet sein. Das Familienbegleitungsprogramm „Frühe Hilfen“ unterstützt Eltern bei möglichen Regulationsstörungen (z.B. bei „Schreibabys“, wenn sich das Kind von den Eltern nicht beruhigen lässt) und vermittelt bei Bedarf spezialisierte Fachkräfte, beispielsweise Hebammen.

Sicher schlafen: Das ist bei Babys wichtig

Für Babys gelten besondere Empfehlungen, um eine sichere Schlafumgebung zu schaffen.

  • Rückenlage: Babys zum Schlafen immer auf den Rücken legen. Die Bauchlage ist nur im Wachzustand und unter Aufsicht empfehlenswert.
  • Eigenes Bett: Am sichersten schläft das Baby im eigenen Bett im Elternschlafzimmer.
  • Sichere Ausstattung: Eine feste, atmungsaktive Matratze und einen passenden Schlafsack verwenden. Auf Kopfkissen, Kuscheltiere, Nestchen und lose Gegenstände verzichten.
  • Überwärmung vermeiden: Die Raumtemperatur sollte etwa 18 bis 20 °C betragen. Zu warme Kleidung, Kopfbedeckungen und zusätzliche Decken vermeiden. Zwischen den Schulterblättern sollte sich die Haut angenehm warm, aber nicht verschwitzt anfühlen.
  • Rauchfreie Umgebung: Das Baby vor Tabakrauch schützen, auch bereits während der Schwangerschaft.
  • Nähe und Geborgenheit: Ein möglichst regelmäßiger Tagesablauf, Körperkontakt und liebevolle Zuwendung vermitteln Sicherheit.


Weitere Informationen:

Sicheres Schlafen – MedUni Wien

Babyschlaf – Frühe Hilfen Österreich

Hat mein Kind Schlafprobleme – Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)

Veränderungen ernst nehmen und frühzeitig handeln

Schlafprobleme gehören bei Kindern gelegentlich zum Alltag. Halten sie länger an oder verändern sich gleichzeitig Stimmung und Verhalten, sollten Eltern genauer hinsehen.

Zuhören, Sorgen ernst nehmen und bei Bedarf frühzeitig medizinische oder psychologische Unterstützung suchen: Damit können Eltern viel zur körperlichen und psychischen Gesundheit ihrer Kinder beitragen

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